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09.06.2011

Geld vom Staat clever nutzen

Energie aus Sonne, Wind und Wasser hat Konjunktur. Genauso wichtig ist aber für Experten das Thema Energieeffizienz. „Vor allem beim Heizen in privaten Haushalten gibt es ein enormes Sparpotenzial“, so Stephan Pröschold, Sprecher des Initiativkreises Stadtwerke Nordbayern im VBEW e. V. Dessen Mitglieder beraten ihre Kunden zu Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten vom Staat in Sachen energieeffizientes Bauen und energetische Sanierung.

Jetzt sei die richtige Zeit, um an den nächsten Winter und damit die nächste Heizsaison zu denken, meint Pröschold. Schließlich baue und saniere man am liebsten dann, wenn draußen angenehme Temperaturen herrschen. „Viele stellen sich die Frage, in welche Maßnahmen sie am besten investieren sollten. Unsere Energieberater schauen sich den Einzelfall an und geben den Kunden kostenlos Tipps.“ In der Regel amortisieren sich laut Pröschold die Mehrausgaben für energiebewusstes Bauen oder Sanieren schnell, doch natürlich müsse zunächst einmal Geld in die Hand genommen werden. „Der Staat hilft deshalb mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten.“

Es empfiehlt sich, die verschiedenen Möglichkeiten zu vergleichen, um das mit den günstigsten Bedingungen herauszufinden. Bei manchen Vorhaben kann man mehrere Programme nutzen, beispielsweise einen Zuschuss mit einem Darlehen kombinieren, wobei möglicherweise Förderhöchstgrenzen zu beachten sind. Wichtig ist zudem der richtige Zeitpunkt für die Antragsstellung, der aus den Förderrichtlinien hervorgeht. Bewilligt wird der Antrag nur, wenn noch Fördermittel zur Verfügung stehen. Ausnahme: Auf die Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz besteht ein Rechtsanspruch.

Gelder von der KfW und vom BAFA
Häufig ist eine Vor-Ort-Beratung durch einen Fachmann sinnvoll, für die es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 360 Euro für Wohnhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten gibt. Voraussetzung: Der Bauantrag für das betreffende Gebäude wurde bis zum 31. Dezember 1994 gestellt. Der gesamte Zuschuss einschließlich möglicher Boni (etwa für Thermografie-Aufnahmen) ist auf 50 Prozent der tatsächlichen Brutto-Beratungskosten begrenzt. Welche Energieberater vom BAFA anerkannt sind, lässt sich bei den Mitgliedern des Initiativkreises Stadtwerke Nordbayern erfragen. Nur diese Berater erhalten den erwähnten Zuschuss, den sie an den Kunden weiterleiten müssen.

Wichtiger Ansprechpartner für Förderprogramme ist die KfW mit ihren Programmen „Energieeffizientes Bauen“ und „Energieeffizient Sanieren“. Zuschüsse und Kredite gibt es, wenn der Neubau beziehungsweise der sanierte Altbau ein bestimmtes Energieeffizienz-Niveau erreicht. Außerdem werden Einzelmaßnahmen – wie die Modernisierung der Heizung – unterstützt.

Für Solarthermieanlagen und Wärmepumpen zahlt das BAFA im Altbaubereich Zuschüsse. Die Anlagen müssen neben der Erwärmung von Brauchwasser auch der Unterstützung der Heizung dienen sowie bestimmte Voraussetzungen, etwa in punkto Größe und Effizienz, erfüllen.

Der von Mini-Blockheizkraftwerken mit einer elektrischen Leistung bis zu 50 kW erzeugte Strom wird in Anlehnung an den Strompreis der Strombörse EEX in Leipzig vergütet. Zusätzlich gibt es eine nach dem KWK-Gesetz geregelte Zuschuss-Vergütung pro Kilowattstunde Strom. Voraussetzung: Die Anlage muss beim BAFA zugelassen sein. Eine Rückerstattung der Mineralölsteuer auf den eingesetzten Brennstoff (z. B. Erdgas) regelt das regional zuständige Hauptzollamt.

Wer eine Photovoltaikanlage auf seinem Hausdach installiert, der erhält eine nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegte Einspeisevergütung. Bezuschusst wird auch der nicht ins Netz eingespeiste, sondern selbst genutzte Strom. Die KfW fördert Photovoltaikanlagen über den Programmteil „Standard“ ihres Programms „Erneuerbare Energien“ in Form langfristiger zinsgünstiger Darlehen mit tilgungsfreien Anlaufjahren.

Zuschüsse für BHKW und Erdgas-Brennwerttechnik
Um Kunden die Entscheidung für die Modernisierung zu erleichtern, unterstützen zahlreiche Unternehmen im Initiativkreis die Anschaffung eines Mini- oder Mikro-BHKW mit einer elektrischen Leistung von bis zu 50 Kilowatt mit 1.000 Euro. Zudem werden BHKW für stadtwerkeeigene Liegenschaften gewählt und viele Initiativkreis-Mitglieder bezuschussen auch den Umstieg auf Erdgas-Brennwertheizungen. Speziell gefördert wird oftmals die Kombination von Erdgas-Brennwerttechnik mit Solarwärmeanlagen, die das Brauchwasser erwärmen und zur Raumheizung beitragen.
Stark ausgebaut werden die Contracting-Angebote, bei denen das Stadtwerk die Heizung finanziert, installiert, betreibt, wartet und mit dem Energieträger beliefert. Diese „Wärme all-inklusive“ habe für den Kunden vor allem die Vorteile, nicht in die neue Anlage investieren und sich anschließend um nichts kümmern zu müssen. Pröschold: „Bauherren können so ihr Geld zum Beispiel in eine optimale Dämmung stecken und Unternehmen sich noch besser auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.“

Förderung vom lokalen Versorger

Neben diesen staatlichen Zuschüssen und Krediten können viele Bauherren und Hausbesitzer in Nordbayern Förderprogramme ihres lokalen Versorgers nutzen – zum Beispiel für den Umstieg auf eine Erdgas-Brennwertheizung. Nähere Informationen dazu gibt es bei den Mitgliedern des Initiativkreises Stadtwerke Nordbayern.

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